Jahrbuch_HOH_2022-2023

64 Portrait: Ansgar Brunzel Martin Batzel Posing People sind groß, 180 auf 160 Zentimeter. 20 bis 30 Stunden malt Ansgar daran. Die Grundidee: Die Farbe rot als Eye-Catcher; die rote Figur macht etwas vor, die anderen Figuren machen es nach; die Farben vermischen sich. Ansgar Brunzel, Abgangsschüler der 10 R1, malt gerne groß. Und er malt seinen Stil, will nicht adaptieren, kopieren schon gar nicht. „Ich habe mich für meine Richtung entschieden.“ Mit allen Risiken; auch dem, dass seine Werke vielleicht auch mal nicht gefallen. Bisher aber läuft es ganz gut. 2021, als Corona die Gespräche und das Leben dominiert, malt Ansgar seine ersten großen Bilder. Die Malerei bereitet ihm schon vorher Spaß, ist aber eher Beiwerk. Er bezeichnet seine Richtung als Impressionismus, möchte aber für sich keinen Stil ausschließen. „Ich habe kein festes Schema.“ Er geht noch weiter: „Wer in einen Kunststil einsteigt, den er nicht geschaffen hat, ist ein Mitläufer.“ Wie soll man seine Werke verstehen? „Am besten, indem man mit mir spricht.“ Er malt groß; 1,80 Meter Höhe sind eher Regel als Ausnahme. An überlebensgroße Gemälde denkt er nicht. „Es geht mir nicht um Gigantismus.“ Ansgar möchte bei der Größe der Menschen als SCHULE Portrait: Ansgar Brunzel Schuljahr 2022/2023 Richtwert bleiben. „Wenn eine Figur zu groß ist, kann man sich nicht in sie hineinversetzen.“ Heute ist Ansgar 17 Jahre alt und wird ab dem kommenden Semester an der Kunstakademie in Münster studieren. Bei Studienbeginn wird er 18 sein. Eine der Voraussetzungen, um sich einschreiben zu können. Zu den Mindestvoraussetzungen gehört auch das Abitur, wenn das Talent den fehlenden Schulabschluss nicht ausgleicht. Ansgar bewirbt sich mit der mittleren Reife. Ein ordentlicher Abschluss, für das Kunststudium aber eher ein Malus, den er erstmals ausgleichen muss. Normale Bewerber müssen, neben dem Abitur, in der Bewertung auf 70 bis 80 Punkte kommen. So schildert es Ansgar. Er, ohne Abitur, mit mittlerer Reife, muss mit seiner Bewerbungsmappe auf mindestens 90 Punkte kommen. 100 sind das Maximum. Vier Uniprofessoren bewerten die Mappe, Ansgar bringt sie selbst in Münster vorbei, „atmet die Luft dieser Stadt. Hier will ich studieren“. Seine Entscheidung fällt schnell. Die Suche nach einer Wohnung dauert länger. Münster ist eine Studentenstadt, Ansgar sucht eine Unterkunft nahe der Uni. „Schließlich verbringt man manche Nächte im Atelier.“ So wie auf Schloss Hohenwehrda; wer Ansgar erreichten möchte, muss eineinhalb Jahre lang nur in den Kunstraum gehen, findet ihn dort. „Schloss Hohenwehrda gibt mir die Möglichkeit, mich auszuprobieren und weiterzuentwi-

RkJQdWJsaXNoZXIy MTk5OTE2MA==