178 INTERNAT Gilden musisch-kreativ Schuljahr 2024/2025 Gesang Christina Rümann Singen bzw. Geräusche aus Tönen ist eines der ersten Dinge, die ein Mensch lernt. Die meisten von uns kennen das Bedürfnis, beim Lieblingslied laut mitzusingen, sei es im Auto, unter der Dusche oder beim Karaoke. Aber Gesangsunterricht? Im Gegensatz zum Klavier, wo man sich einfach dransetzen kann und nur eine Taste drücken muss und dann klingt schon ein Ton, bauen wir SängerInnen unser Instrument jedes Mal neu. Wir trainieren unsere Atmung, damit wir in der Lage sind, auch lange Töne zu singen. Wir stärken unsere Stützmuskulatur, damit die Töne noch lauter und klarer klingen. Wir üben die genaue Aussprache, damit man uns auch versteht. Wir bilden unser Gehör, damit wir die richtige Tonhöhe singen. Alle Gesangsschülerinnen singen zusätzlich auch im Mädchenchor und trainieren dabei die Fähigkeit des mehrstimmigen Singens, oft abseits der Melodie. Und haben wir dann alles geübt, kann es passieren, dass uns eine Erkältung einen Strich durch die Rechnung macht, und alles gar nicht so klappt, wie es sollte. Das kann manchmal sehr frustrierend sein. Aber nichts geht über das Hochgefühl, wenn der eigene Ton auf einmal ganz ohne Anstrengung durch die wunderbare Akustik unserer Kapelle fliegt und diese bis zum letzten Winkel erfüllt. Das ging ja plötzlich ganz leicht, und nur, weil ich den Mund geöffnet habe? Das sind immer die Momente, die mich als Gesangslehrerin jedes Mal aufs Neue mit Glück erfüllen. Ich bin sehr stolz auf meine Sängerinnen, die im Laufe eines Jahres so große Fortschritte machen. Sie stellen sich selbstbewusst auf die Bühne, singen zum Teil auswendig oder sogar mit Choreografie. Und bei den musikalischen Kapellen zeigen sie ihre Empathie, indem sie sich gegenseitig so sehr unterstützen. Was will man mehr?
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